Charterboot in Thailand: Der komplette Ratgeber
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Alles, was Sie für eine Katamaran-Charter in Thailand brauchen: die besten Segelrouten ab Phuket, Wetterbedingungen, Kosten, ein 7-Tage-Törn und praktische Tipps für die Andamanensee.

Warum Thailand ein Traumziel für Segler ist
Thailand hat sich still und leise zu einem der begehrtesten Segelziele der Welt entwickelt – und das ist nicht schwer zu verstehen. Die Andamanensee und der Golf von Thailand bieten eine atemberaubende Kombination aus warmem türkisfarbenem Wasser, dramatischen Kalksteinformationen, die aus dem Meer ragen, verborgenen Lagunen und weißen Sandstränden, die vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben sind – sobald man das Ufer hinter sich lässt. Dazu kommt ein ganzjährig tropisches Klima, einige der günstigsten Bootsmietpreise in ganz Asien und eine Kultur, die Besucher aufrichtig willkommen heißt. Das Ergebnis ist ein unvergessliches Charterlebnis.
Anders als im Mittelmeer, wo Marinas überfüllt und Ankerplätze hart umkämpft sind, bietet Thailand noch echtes Entdeckergefühl. Morgens in einer einsamen Bucht ankern, nachmittags mit dem Kajak eine Meereshöhle erkunden und abends mit Einheimischen gegrillten Fisch in einem Stranddorf teilen – das ist hier alles möglich. Wer Abenteuer, Komfort und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, findet kaum ein besseres Revier als eine Yacht-Charter in Thailand.

Das Zentrum: Phuket und seine Marinas
Phuket ist unbestrittene Ausgangsbasis für das Segeln in Thailand. Die Insel beherbergt mehrere gut ausgestattete Marinas, die als Hauptstandort für den Großteil der Charterunternehmen in der Region dienen. Die Ao Po Grand Marina im Nordosten und die Royal Phuket Marina an der Ostküste sind die bekanntesten – mit vollständigem Proviantierungsservice, technischem Support, Büros von Charterunternehmen und guter Anbindung an die nördlichen und südlichen Segelrouten. Die Boat Lagoon Marina ist eine weitere beliebte Option, besonders für Katamarane, die etwas breitere Liegeplätze benötigen.
Der Transfer vom Phuket International Airport direkt zur Marina ist unkompliziert, was den Start eines Chartertörns auch für Erstbesucher der Region einfach macht. Die meisten Charterunternehmen sind darin geübt, Segler frisch vom Flugzeug zu empfangen und noch am selben Nachmittag an Bord einzuweisen.
Die besten Segelgebiete: Norden und Süden
Richtung Norden: Phang-Nga-Bucht und die Similan-Inseln
Die nördliche Route ab Phuket ist die beliebteste – und das zu Recht. Die Phang-Nga-Bucht gehört zu den landschaftlich eindrucksvollsten Segelgebieten weltweit. Sie ist von Hunderten von Kalksteininseln durchsetzt, viele davon hohl, mit verborgenen Lagunen – den sogenannten Hongs –, die bei Niedrigwasser nur mit dem Beiboot oder Kajak zugänglich sind. Die durch den James-Bond-Film von 1974 bekannt gewordene James-Bond-Insel liegt in der Bucht und ist trotz der gelegentlichen Longtail-Boote tagsüber einen Besuch wert.
Weiter nördlich bietet der Similan-Islands-Nationalpark, ein geschütztes Meeresschutzgebiet, erstklassige Schnorchel- und Tauchmöglichkeiten. Die Unterwassersichtweite ist außergewöhnlich, die Artenvielfalt beeindruckend. Ko Surin und die Gewässer nahe der myanmarischen Grenze eröffnen noch abgelegenere Fahrtgebiete – vorausgesetzt, man hat Zeit und die nötigen Genehmigungen. Diese nördliche Route ist ideal für einen Katamaran: Der breite Rumpf meistert die teils kabbelige See zwischen den Inseln komfortabler als ein Einrumpfboot, und der geringe Tiefgang ermöglicht Ankerplätze, die für tiefkieligen Boote unerreichbar sind.
Richtung Süden: Ko Phi Phi, Krabi und die Trang-Inseln
Die südliche Route ab Phuket wird von Charterbooten weniger frequentiert und belohnt Segler, die es ruhiger mögen. Ko Phi Phi ist ein naheliegender erster Stopp – mit seiner ikonischen Doppelbucht und lebhaftem Nachtleben, das mit wirklich schönen Schnorchelmöglichkeiten direkt an den Felsen abwechselt. Jenseits von Phi Phi öffnet sich die Krabi-Küste in eine Reihe ruhigerer Buchten und mangrovengesäumter Flüsse, die sich gut mit dem Beiboot erkunden lassen.
Weiter im Süden ist das Trang-Archipel eines der bestgehüteten Segelgeheimnisse Thailands. Inseln wie Ko Mook, Ko Kradan und Ko Libong empfangen nur einen Bruchteil der Besucher, die Phi Phi oder Phang Nga anziehen – bieten dabei Strände und Ankerplätze von vergleichbarer Schönheit. Ko Libong ist Heimat einer kleinen Dugong-Population, und frühe Morgenstunden vor den Seegraswiesen bieten reelle Chancen, diese seltenen Tiere zu beobachten. Diese südliche Route ist etwas für Segler, die bereit sind, auf ein wenig Infrastruktur zu verzichten, um dafür echte Abgeschiedenheit zu erleben.
Wetter und beste Reisezeit
Die Segelsaison in Thailand wird von zwei unterschiedlichen Monsunphasen bestimmt. Wer einen sicheren und angenehmen Törn plant, sollte diese kennen.
Die Andamanensee – also Phuket und alle oben beschriebenen Segelgebiete – zeigt sich von ihrer besten Seite zwischen November und April. In diesen Monaten bringt der Nordostmonsun trockenes, beständiges Wetter, gleichmäßige Passatwinde aus Südwest mit 10 bis 20 Knoten und ruhige bis mäßige Seegangsverhältnisse. Das ist Hochsaison, und die Preise spiegeln die entsprechende Nachfrage wider. Januar bis März bietet in der Regel die stabilsten Bedingungen mit langen sonnigen Tagen und verlässlichem Segelwind.
Von Mai bis Oktober setzt der Südwestmonsun über der Andamanensee ein und bringt starke Winde, ergiebige Regenfälle und Seegangsverhältnisse, die Offshore-Passagen anspruchsvoll oder sogar gefährlich machen können. Seriöse Charterunternehmen gestatten während des Höhepunkts des Südwestmonsuns keine Ausfahrten ohne erfahrenen Skipper an Bord, und einige Marinas reduzieren ihren Betrieb erheblich. Die Golfküste auf der anderen Seite der Halbinsel hat ein entgegengesetztes Wettermuster und bietet in der Nebensaison der Andamanensee akzeptable Segelbedingungen – die Reviere dort sind jedoch weniger spektakulär und von Phuket aus schwerer erreichbar.
Die Übergangsmonate November und Ende April können bei guten Bedingungen besonders attraktive Preise bieten – vor allem für Segler mit flexiblen Reisedaten.

Kostenüberblick
Einer der überzeugendsten Aspekte einer Bootsmiete in Thailand ist die im Vergleich zu Europa oder der Karibik deutlich günstigere Kostenlage. Die Preise variieren je nach Saison, Bootsgröße und der Frage, ob man bareboat oder mit Skipper chartert. Die folgenden Richtwerte geben eine gute Orientierung.
Ein komfortabler Katamaran zwischen 38 und 45 Fuß – die beliebteste Wahl für Paare oder kleine Gruppen von vier bis sechs Personen – kostet in der Hochsaison auf Bareboat-Basis in der Regel zwischen 2.500 und 4.500 USD pro Woche. Bei einem Skippercharter kommen rund 150 bis 250 USD pro Tag für das Skipperhonor hinzu, zuzüglich Verpflegung und Spesen. Eine vollbemannte Charter mit Skipper und Hostess an Bord eines größeren Katamarans ab 50 Fuß kann je nach Boot und Leistungsumfang 7.000 bis 12.000 USD pro Woche kosten.
Zu den weiteren einzuplanenden Kosten gehören Marinagebühren (in der Regel 30 bis 80 USD pro Nacht in den großen Phuket-Marinas), Nationalpark-Eintrittsgelder für die Similan-Inseln (ca. 30 USD pro Person), Kraftstoff und Proviant. Lebensmittel und Getränke sind in Thailand nach wie vor erschwinglich, und ein gut bestücktes Boot, das auf lokalen Märkten proviantiert wird, kostet nur einen Bruchteil dessen, was dasselbe im Mittelmeer kosten würde. Essen in lokalen Restaurants ist durchgehend gut und günstig.
Beispiel-Törn: 7 Tage Katamaran ab Phuket (Nordroute)
Tag 1 – Phuket nach Ko Yao Noi
Abfahrt vom Ao Po Grand Marina am späten Vormittag, Kurs Nordost in die Phang-Nga-Bucht. Ko Yao Noi ist eine ruhige, überwiegend muslimische Insel mit entspannter Atmosphäre und einem wunderschönen Ankerplatz an ihrer Westseite. Einlaufen, schwimmen und den ersten ruhigen Abend an Bord genießen.
Tag 2 – Ko Yao Noi und Erkundung der Phang-Nga-Bucht
Den ganzen Tag damit verbringen, die Karstinseln der Phang-Nga-Bucht mit dem Katamaran und dem Beiboot zu erkunden. Die James-Bond-Insel am Vormittag besuchen, bevor die Ausflugsboote eintreffen, dann nachmittags einen der verborgenen Hongs aufsuchen. Über Nacht in einer geschützten Bucht ankern.
Tag 3 – Phang Nga nach Ko Racha Noi (oder Ko Yao Yai)
Wenn die Bedingungen stimmen und die Gruppe exzellentes Schnorcheln möchte, bietet die längere Passage südwärts nach Ko Racha Noi einige der klarsten Gewässer in der Nähe von Phuket. Alternativ im Norden bleiben und vor Ko Yao Yai ankern für einen gemächlichen Tag, an dem man das Dorf erkundet und über die ruhigen Inselstraßen radelt.
Tag 4 – Fahrt nordwärts Richtung Surin- oder Similan-Inseln
Die längste Passage des Törns: Kurs Nordwest auf den Similan-Islands-Nationalpark. Früh aufbrechen, um bei noch gutem Nachmittagslicht zum Schnorcheln anzukommen. Das Nationalpark-Eintrittsgebühr wird an der Ranger-Station eingezogen. Das Übernachten im Park sollte vorab mit dem Charterunternehmen abgeklärt werden.
Tag 5 – Similan-Inseln
Einen vollen Tag im Nationalpark verbringen. Über die Korallengärten bei Koh Ba Ngu schnorcheln, kleinere Felseninseln mit dem Beiboot umrunden und in den Untiefen nach Riffhaien Ausschau halten. Dieser Tag ist für die meisten Segler der Höhepunkt einer Nordroute.
Tag 6 – Rückfahrt nach Ko Naka Yai oder Ko Rang Yai
Rückpassage nach Süden, mit einem Zwischenstopp auf einer der ruhigeren Inseln nahe Phuket für einen letzten vollen Tag mit Schwimmen und Entspannen. Ko Naka Yai hat einen schönen Ankerplatz an seiner Ostseite mit wenig Schwell.
Tag 7 – Rückkehr zur Phuket-Marina
Eine gemütliche Morgensegeltour zurück zur Marina, Ankunft am Vormittag für die Rückgabeformalitäten. Zeit für ein abschließendes Mittagessen an Land in Phuket einplanen, bevor die Heimreise beginnt.
Einreisebestimmungen und Segellizenzen
Thailand verlangt von ausländischen Seglern keine spezifische thailändische Segellizenz für das Bareboat-Chartern, aber die praktischen Anforderungen verdienen sorgfältige Beachtung. Die meisten Charterunternehmen in Phuket fordern mindestens eine international anerkannte Segelqualifikation – etwa RYA Day Skipper, IYT Bareboat Skipper oder ASA 104 – sowie ein Logbuch mit relevanter Offshore-Erfahrung.
Wer diese Qualifikationen nicht vorweisen kann, für den ist das Chartern mit einem professionellen Skipper eine praktische und gängige Lösung. Viele Kunden, die zum ersten Mal eine Yacht-Charter in Thailand buchen, wählen diese Option unabhängig von ihren Qualifikationen – denn ein lokaler Skipper bringt unschätzbares Wissen über Ankerplätze, Wettermuster und Nationalpark-Vorschriften mit.
Zur Einreise nach Thailand: Die meisten westlichen Reisenden erhalten bei Ankunft ein visumfreies oder Visa-on-Arrival-Einreiserecht von 60 Tagen, was für einen einwöchigen Charter mit einigen Tagen davor und danach in der Regel ausreichend ist. Der Reisepass muss mindestens sechs Monate über das Reisedatum hinaus gültig sein. Die aktuellen Einreisebestimmungen sollten vor der Buchung immer bei der Königlich Thailändischen Botschaft überprüft werden, da sie sich ändern können.
Für das Einlaufen in Schutzgebiete wie die Similan- oder Surin-Inseln übernimmt das Charterunternehmen in der Regel die erforderlichen Parkgenehmigungen und die Schiffsregistrierung – es lohnt sich jedoch, das vor der Unterzeichnung des Chartervertrags ausdrücklich zu bestätigen.
5 praktische Tipps für das Segeln in Thailand
1. Für Komfort und Wendigkeit einen Katamaran wählen. Die Andamanensee kann zwischen den Inselgruppen kurzen, unruhigen Seegang erzeugen. Der breite Rumpf eines Katamarans meistert das wesentlich eleganter als ein Einrumpfboot. Dank des geringen Tiefgangs kommt man auch in Buchten und Strandankerplätze, die für tiefkielige Boote nicht erreichbar sind. Für Gruppen ab vier Personen machen die zusätzliche Decksfläche und die getrennten Rümpfe einen spürbaren Unterschied im Reisekomfort.
2. Einen Tag früher anreisen und in Ruhe proviantieren. Der große Makro-Supermarkt nahe den Marinas in Phuket ist einer der bestsortierten Großhandelsmärkte Südostasiens und macht die Versorgung einfach und günstig. Wer einen Tag vor Charterbeginn anreist, hat Zeit, gründlich einzukaufen, alles ordentlich zu verstauen und die Übergabe mit dem Charterunternehmen ohne Zeitdruck durchzuführen.
3. Die Regeln der Nationalparks respektieren. Das Ankern auf Korallen ist in allen thailändischen Meeresschutzgebieten streng verboten und wird von Rangern auch kontrolliert. Das Charterboot sollte über ausreichend Ankerkette verfügen, um sicher von Riffbereichen freizuschwingen – dennoch sollte man immer die Position auf dem Kartplotter prüfen, bevor man den Anker wirft. In den meisten etablierten Ankerplätzen innerhalb der Parks sind Sandfelder in den Segelanweisungen der Charterunternehmen deutlich verzeichnet.
4. Thai Baht in bar mitführen. Während die großen Marinas Kartenzahlungen akzeptieren, arbeiten viele Fischerdörfer, Nationalpark-Kassenstellen und kleine Inselverkäufer ausschließlich mit Bargeld. Geldautomaten sind in Phuket-Stadt vor der Abfahrt leicht zu finden, und der Wechselkurs ist für USD, EUR und GBP in der Regel günstig.
5. In der Hochsaison frühzeitig buchen. November bis Februar ist stark nachgefragt, und die besten Katamarane sind oft Monate im Voraus ausgebucht. Wer ein bestimmtes Boot oder einen festen Reisezeitraum im Sinn hat, sollte mindestens vier bis sechs Monate im Voraus buchen. Buchungen in der Nebensaison – Ende Oktober oder April – bieten mehr Flexibilität und können deutliche Ersparnisse bei der Chartergebühr bringen.

Fazit
Eine Yacht-Charter ab Phuket verbindet erstklassige Naturkulissen, zuverlässige Segelbedingungen in der Hochsaison, herzliche Gastfreundschaft und ein Preisniveau, das längere Törns für eine deutlich breitere Seglergruppe erschwinglich macht als vergleichbare Ziele in Europa oder der Karibik. Ob man nun in den Norden aufbricht zu den Karsttürmen und Riffen der Phang-Nga-Bucht und den Similan-Inseln, oder südwärts zu den stillen Stränden des Trang-Archipels – ein gut geplanter Katamaran-Charter hinterlässt Eindrücke, die an Land kaum zu replizieren sind. Thailand belohnt alle, die sich aufs Wasser wagen – und Phuket ist der perfekte Ausgangspunkt dafür.








