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Familien-Segelcharter: So plant man einen sicheren und erlebnisreichen Segelurlaub mit kleinen Kindern

Aktualisiert

Mit Babys und Kleinkindern zu segeln ist nicht so aufwendig, wie es klingt – tausende Familien tun es jeden Sommer und planen bereits beim Heimkommen den nächsten Törn. Das Geheimnis: das richtige Boot, das richtige Segelgebiet und das Wissen, auf welche Sicherheitsausrüstung man vor dem Ablegen bestehen sollte.

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Familien-Segelcharter: So plant man einen sicheren und erlebnisreichen Segelurlaub mit kleinen Kindern

Mit kleinen Kindern erstmals in See zu stechen gehört zu den schönsten Dingen, die eine Familie gemeinsam erleben kann – und gleichzeitig zu den aufreibendsten, die ein Elternteil planen kann. Die gute Nachricht: Jedes Jahr chartern tausende Familien im Mittelmeer Boote und nehmen Kinder ab sechs Monaten mit. Die meisten kommen zurück und wollen am liebsten sofort wieder los.

Dieser Ratgeber beantwortet alle wichtigen Fragen: Wie wählt man das richtige Boot? Welche Segelgebiete sind für die Kleinsten wirklich geeignet? Auf welche Sicherheitsausrüstung sollte man bestehen – einschließlich der oft vergessenen Lebenenlinie-Netze, die Babys und Kleinkinder an Bord halten? Und wie gestaltet man die Tage so, dass alle Spaß haben – vom Fünfjährigen bis zu den Großeltern?

Warum ein Segelurlaub für Familien ideal ist

Der typische Einwand klingt ungefähr so: „Was, wenn die Kinder es hassen?“ Das Gegenargument: Ein Segelurlaub ist in vielerlei Hinsicht das perfekte Familienformat. Man packt einmal aus, und das schwimmende Hotel begleitet einen von Insel zu Insel. Jeden Morgen kann man an einem einsamen Strand ankern, den Tagesausflügler nie erreichen. Das Cockpit wird zum riesigen Spielplatz. Das Meer ist immer da – zum Schwimmen. Und Kinder, die an Land schnell gelangweilt sind, sind auf einem Boot kaum je gelangweilt – dazu passiert einfach zu viel.

Entscheidend ist, dass Reiseziel und Bootstyp zur Erfahrung der Familie und zum Alter der Jüngsten passen. Stimmt das, ergibt sich der Rest von selbst.

Das richtige Boot für Familien mit kleinen Kindern wählen

Katamaran oder Einrumpfboot

Für die meisten Familien mit Kindern unter zehn Jahren ist ein Katamaran die klügere Wahl – aus praktischen, nicht aus romantischen Gründen. Katamarane krängern weit weniger als Einrumpfboote, sodass Kleinkinder an Deck herumlaufen können, ohne ständig aufgefangen werden zu müssen. Die große Breite schafft ein enormes Cockpit – oft groß genug für ein kleines Planschbecken, Spielzeug und trotzdem noch bequeme Sitzplätze für die Erwachsenen. Das Trampolin-Netz zwischen den Rümpfen dient als schattiger Spielbereich vor Anker. Seekrankheit tritt auf Katamaranen seltener auf, weil die Bewegung ein sanftes Stampfen ist und kein rollendes Schaukeln wie bei einem Einrumpfboot in der Welle.

Einrumpfboote sind nicht ausgeschlossen, besonders wenn ein oder beide Erwachsene bereits segeln und die Kinder alt genug sind, um „festhalten“ zu verstehen. Ein 40-Fuß-Einrumpfboot mit großem Cockpit und soliden Reling-Schutzvorrichtungen kann sehr gut funktionieren. Wer aber zum ersten Mal mit einem Baby oder Kleinkind chartern möchte, sollte mit einem Katamaran beginnen.

Größe ist wichtiger als man denkt

Lieber größer wählen als man zu brauchen glaubt. Eine Familie aus vier Erwachsenen und zwei kleinen Kindern sollte bei einem Katamaran mindestens 42–44 Fuß einplanen. Man braucht Platz für ein Reisebett, für einen Beiboot-Kinderwagen (falls mitgebracht), für getrennte Schlafbereiche, damit früh aufstehende Kinder nicht alle um 5 Uhr wecken, und Raum zum Ausbreiten an einem seltenen Regentag. Der Preisunterschied zwischen einem 38-Fuß- und einem 44-Fuß-Boot ist oft geringer als der Unterschied zwischen einem Urlaub, an den man gerne zurückdenkt, und einem, bei dem die Nerven blank lagen.

Cockpit-Layout

Beim Durchstöbern von Charterangeboten sollte man gezielt auf Cockpit-Fotos achten. Ideal ist ein Cockpit mit einem Tisch in der Mitte, hohen Süllrändern an allen Seiten, einem abgestuften Heckbereich statt eines abrupten Absturzes sowie einem leicht zugänglichen Badeleiter. Boote mit weit offenen Hecks auf Kleinkind-Höhe sollte man meiden – es sei denn, man plant dort ein Netz zu spannen, wozu wir gleich kommen.

Das Sicherheitsnetz, das Ihrem Kind das Leben retten könnte

Dieser Abschnitt wird in den meisten Familien-Segelratgebern übergangen – dabei sollte er das nicht. Über-Bord-Fälle sind im Charterbereich selten, aber das Risiko konzentriert sich unverhältnismäßig stark auf eine Gruppe: Kinder unter fünf Jahren, die schnell, unberechenbar und noch nicht in der Lage sind, sich im Wasser zu retten.

Was Lebenenlinie-Netze (Sicherheitsnetze) sind

Segelboote sind standardmäßig mit Stanchionen und Lebenlinien (auch Reling genannt) ausgestattet, die um das Deck verlaufen – ein Metallrohr oder eine Drahtabsicherung auf etwa Kniehöhe. Für Erwachsene ist das ein sinnvoller Schutz. Für ein Kind unter drei Jahren ist es wirkungslos: Es kann darunter durchrollen, durch den Spalt zwischen der unteren Leine und dem Decksrand schlüpfen oder einfach darüber kippen.

Lebenenlinie-Netze – auch Babynetz, Sicherheitsnetz oder Relingnetz genannt – sind feinmaschige Netze, die vertikal zwischen der unteren Leine und dem Decksrand sowie zwischen unterer und oberer Leine eingeschnürt werden. Sie bilden eine durchgehende Barriere rund um das gesamte Deck und Cockpit und machen es unmöglich, dass ein kleines Kind versehentlich herausrollt oder -rutscht. Bei Katamaranen werden zusätzliche Netze typischerweise über offene Heckbereiche und rund um den Trampolinbereich gespannt.

Wie man sicherstellt, dass das Charterboot damit ausgestattet ist

Hier müssen Familien aktiv werden. Lebenenlinie-Netze gehören bei den meisten Charterbooten nicht zur Standardausrüstung – sie sind ein optionales Extra, das ausdrücklich angefordert und in den meisten Fällen gesondert bezahlt werden muss. Bei der Anfrage oder Buchung eines Charters sollte man Folgendes tun:

  • Die Charterfirma ausdrücklich fragen, ob das Boot über Lebenenlinie-Netze verfügt und ob diese den gesamten Umfang einschließlich des Hecks abdecken.

  • Schriftlich bestätigen lassen (E-Mail genügt), dass die Netze vor der Bootsübergabe montiert werden. Wenn möglich, in den Chartervertrag aufnehmen lassen.

  • Die Netze am Übergabetag prüfen, bevor man das Boot abnimmt. Auf Risse achten, prüfen, ob das Netz bis zum Decksrand reicht und keine Lücken größer als eine Kinderfaust hat, und die Befestigungen auf Sicherheit kontrollieren.

  • Eigene Netze als Ersatz mitbringen. In Schiffszubehörhandlungen und bei Online-Meeresausrüstern gibt es vorgefertigte Lebenenlinie-Netze in Standardlängen. Sie wiegen fast nichts und passen in eine kleine Tasche. Falls die Netze des Charterboots unzureichend sind, kann man sie damit ergänzen.

Vage Beruhigungen sollte man nicht akzeptieren. Eine Charterfirma mit echter Erfahrung in Familienbuchungen wird passende Netze vorrätig haben und die Anfrage nicht als ungewöhnlich behandeln.

Rettungswesten für Kinder

Jedes Kind an Bord muss eine gut sitzende Rettungsweste oder PFD tragen, die seinem Gewicht entspricht. Wenn möglich, sollte man die Kinderschwimmwesten von zu Hause mitbringen – die PFDs der Charterfirmen sind oft in Erwachsenengrößen, schlecht sitzenden Kindergrößen oder einfachen Schaumstoffwesten ausgeführt, die sich nicht selbst aufblasen oder ein bewusstloses Kind nicht drehen. Ein Schrittgurt ist für Kleinkinder unverzichtbar, da jede Weste ohne ihn ihnen im Wasser über den Kopf rutscht. Die Weste schon am ersten Tag vor dem Ablegen anpassen und das Tragen auf Passagen zur unverrückbaren Familienregel machen.

Für Babys und Kinder, die noch gar nicht schwimmen können, ist auch an Deck vor Anker ein Auftriebsmittel empfehlenswert. Das Netz hält sie an Bord; die Rettungsweste schützt sie, falls sie aus irgendeinem Grund ins Wasser geraten.

Die besten Segelgebiete für Familien

Das Reiseziel ist genauso wichtig wie das Boot. Windstärke, Seegang, Abstände zwischen den Ankerplätzen und die Qualität der flachen Badebuchten variieren im Mittelmeer erheblich.

Ionische Inseln, Griechenland – die erste Wahl für Erstsegler

Die Ionischen Inseln liegen auf der Westseite Griechenlands und sind vor dem berüchtigten Meltemi geschützt, der andere griechische Reiseziele anspruchsvoller macht. Die vorherrschenden Sommerwinde sind der leichte bis mäßige Maestro, der nachmittags typischerweise 10–18 Knoten erreicht und morgens ruhiger ist. Überfahrten zwischen den Inseln sind kurz – oft ein bis zwei Stunden – genau das, was man mit kleinen Kindern braucht. Ankerplätze gibt es reichlich, sie sind flach, das Wasser klar, türkisfarben und warm. Wer seinen ersten Familienurlaub in Griechenland plant, sollte mit dem Ionischen Meer beginnen.

Saronischer Golf, Griechenland – Athen vor der Haustür

Vom Athener Flughafen ist der Saronische Golf per Taxi in 20 Minuten erreichbar und bietet kurze, planbare Überfahrten zwischen Inseln mit vielen Tavernen-Stopps. Er ist stärker bebaut als die Ionischen Inseln, aber die Infrastruktur – gute Marinas mit Landstrom, Wäscheservice und Frischwasser – ist ein echter Vorteil, wenn man mit kleinen Kindern reist, die erstaunlich viel Wäsche produzieren. Der Saronische Golf ist auch eine der besten Optionen für einen Flotillen-Urlaub, bei dem ein Führungsboot die Route vorgibt und eine Basismannschaft technische Probleme löst.

Istrien und der Kvarner-Golf, Kroatien – ruhig und grün

Die nördliche Adria rund um Istrien und den Kvarner-Golf wird von Familien oft zugunsten von Dalmatien übergangen – dabei ist sie wohl das familienfreundlichste Segelgebiet in Kroatien. Die Winde sind generell sanfter als weiter südlich, die Inseln bewaldet und grün statt karg, und die Ankerplätze der Kvarner-Inseln (Cres, Lošinj, Krk) gut geschützt. Entfernungen sind kurz, Marinas hervorragend.

Sardinien und Korsika – Vielfalt für abenteuerlustige Familien

Sardinien und Korsika bieten zusammen einige der spektakulärsten Ankerplätze im Mittelmeer mit Stränden, die beinahe unwirklich wirken. Die Nordküste Sardiniens (La-Maddalena-Archipel) ist besonders familienfreundlich – geschützt, klares Wasser, kurze Überfahrten. Korsika bringt französisches Flair und dramatische Bergkulissen. Zu beachten: Die Straße von Bonifacio zwischen den beiden Inseln kann bei kräftigem Wind turbulent werden und ist eher etwas für erfahrenere Familien.

Mitteldalmatien, Kroatien – für Familien, die alles wollen

Mitteldalmatien und die Kornati-Inseln sind atemberaubend und zu Recht beliebt. Der Kornati-Nationalpark bietet außergewöhnliches Segeln zwischen 89 überwiegend unbewohnten Inseln. Zu beachten ist, dass die Sommerwinde nachmittags auf 20–25 Knoten auffrischen können – nicht gefährlich für eine gut vorbereitete Crew, aber möglicherweise unangenehm für sehr kleine Kinder. Mit einer Basis in Šibenik oder Split und konservativer Tagesplanung ist das ein fantastisches Familienziel.

Gebiete, die mehr Vorsicht erfordern

Die Kykladen und Dodekanes in Griechenland, die Ägäisküste der Türkei und das Gebiet um Dubrovnik und die Elaphiti-Inseln haben im Hochsommer anspruchsvollere Windbedingungen (der Ägäis-Meltemi weht im Juli und August regelmäßig mit 25–35 Knoten). Das sind keine verbotenen Zonen für Familien – viele erfahrene Segelfamilien lieben die Kykladen und die türkische Küste –, aber sie sind nicht ideal für den ersten Charter mit Kleinkindern. Besser warten, bis die Crew eine oder zwei Saisons Erfahrung gesammelt hat.

Die Tage auf dem Wasser planen

Überfahrten kurz halten

Die wichtigste Grundregel beim Segeln mit kleinen Kindern lautet: Überfahrten kurz halten. Zwei Stunden sind für ein Kleinkind meist gut zu bewältigen. Vier Stunden beginnen sich lang anzufühlen. Sechs Stunden sind Stress pur. Bei der Reiseplanung sollte man Flexibilität einbauen, damit man bei schlechtem Wetter oder einem kranken Kind früher ankern kann, ohne das Gefühl zu haben, den Plan zu ruinieren.

In der Praxis bedeutet das, Ankerplätze anzusteuern, die ein bis drei Stunden auseinander liegen, und bereit zu sein, eine weitere Nacht an einem schönen Ort zu bleiben, statt weiterzupreschen. Das ist kein Nachteil – es ist der eigentliche Sinn der Sache.

Den richtigen Zeitpunkt für Überfahrten wählen

In den meisten Mittelmeer-Segelgebieten sind die Morgenstunden ruhiger als der Nachmittag. Um 8 oder 9 Uhr ablegen, wenn die See noch glatt ist, und vor dem Auffrischen der Nachmittagsbrise am nächsten Ankerplatz ankommen. Dieser Rhythmus passt auch perfekt zu dem der Kinder: Morgens sind sie aktiv und neugierig, wenn das Boot in Fahrt ist; mittags sind sie bereit für ausgiebiges Schwimmen und ein Nickerchen nach dem Ankern.

Lieber ankern als in die Marina

Vor einem ruhigen Strand vor Anker zu gehen ist für Familien fast immer besser als in eine Marina einzulaufen. Vor Anker kann man direkt vom Boot ins Wasser springen, das Beiboot für Kinder zum Paddeln nutzen, am Heck grillen ohne jemanden zu stören, und um 20 Uhr schlafen gehen ohne Marinalärm. In den meisten Mittelmeer-Chartergebieten gibt es reichlich kostenlose oder sehr günstige Ankerplätze – diese sollte man nutzen.

Das Beiboot ist alles

Das Charterboot sollte mit einem Schlauchboot und Außenbordmotor ausgestattet sein. Für Familien mit kleinen Kindern wird dies nach dem Boot selbst zum wichtigsten Ausrüstungsgegenstand. Mit ihm gelangt man an den Strand, erkundet Flachwasserzonen, die das Hauptboot nicht erreicht, lernen ältere Kinder rudern, und holt man die Pizza vom Taverna-Steg, wenn man das Boot nicht bewegen will. Darauf achten, dass das Schlauchboot in gutem Zustand und der Außenbordmotor gewartet ist. Am Übergabetag testen.

Kinder auf Überfahrten bei Laune halten

Erfahrene Segeleltern haben meist denselben Tipp: Für die Überfahrten deutlich mehr Beschäftigung einpacken als man glaubt zu brauchen – und für die Ankerplätze fast gar nichts. Kinder vor Anker langweilen sich nie. Kinder auf einer vierstündigen Überfahrt ohne Unterhaltung dagegen bringen die elterliche Geduld an ihre Grenzen.

Bewährte Beschäftigungen unterwegs: wasserfeste Malbücher und Wachsmalstifte, Angelleinen (auch wenn man nie etwas fängt), Ferngläser zum Erspähen von Inseln und Booten, Hörbücher oder Podcasts über einen kleinen Lautsprecher sowie ein Angelspiel für Kleinkinder mit Zählen und Farben. Seekrankheitspflaster oder -bänder für Kinder, die zu Bewegungsübelkeit neigen – vor dem Ablegen anbringen, nicht erst wenn die Symptome beginnen.

Proviantieren und Mahlzeiten an Bord

Eine der wirklichen Freuden beim Segeln mit Kindern ist, dass sie nach einem Morgen im Meer fast alles essen, wenn sie hungrig und salzig sind. Für einen Charter einzukaufen ist einfacher als gedacht. Die meisten Mittelmeer-Charterbasen haben große Supermärkte in Laufnähe. Zu Beginn der Woche Grundvorräte einkaufen und in größeren Inselorten ergänzen.

Ein paar praktische Hinweise: Ausreichend Snacks bereithalten, die man auf rauer See mit einer Hand essen kann (Cracker, Obst, Käseportionen). Für Babys, die es brauchen, UHT-Milch oder Pulvernahrung mitbringen – auf kleinen Inseln ist frische Milch nicht immer erhältlich. Mehr Wasser kaufen als man zu brauchen glaubt. In eine gute isolierte Kühlbox investieren zusätzlich zum eingebauten Kühlschrank des Bootes, denn Charterboot-Kühlschränke sind oft zu schwach.

Skipper und Bareboat-Charter

Viele Familien chartern mit einem professionellen Skipper – für Familien, die zum ersten Mal segeln, eine ausgezeichnete Entscheidung. Ein guter Skipper tut weit mehr als das Boot zu segeln: Er wählt die Ankerplätze, bewältigt Überfahrten bei schwierigen Bedingungen, kümmert sich um das Beiboot und wird – wenn man die richtige Wahl trifft – ein zusätzliches Händepaar und ein begeisterter Freund der Kinder. Zusätzlich 15–20 % der Bootkosten für einen Skipper einplanen und das nicht als Luxus betrachten.

Wer als erfahrener Segler einen Bareboat-Charter plant – also selbst das Steuer übernimmt –, sollte sicherstellen, dass Schein und Logbuchstunden tatsächlich für das jeweilige Gebiet ausreichen. Das Mittelmeer kann gnädig sein und anspruchsvoll – manchmal am selben Tag. In den meisten Chartergebieten ist ein Day-Skipper-Zeugnis und 15–20 Seemeilen Offshore-Erfahrung das Minimum, das die Charterfirma verlangt. RYA Coastal Skipper oder gleichwertig ist für Gebiete mit stärkerer Windbelastung angemessener.

Charterziele auf einen Blick

Für einen umfassenden Überblick über die Angebote der einzelnen Länder bieten unsere Reisezielführer das vollständige Bild: Bootsvermietung in Griechenland, Bootscharter in Kroatien, Segeln auf Sardinien & Korsika (mit dem italienischen Teil), Bootscharter in Spanien und Bootscharter auf Malta. Die Sporaden in Griechenland – beschrieben in unserem Ratgeber zu den Sporaden – sind eine weitere Option für Familien, die einen ruhigeren, weniger besuchten Teil der griechischen Inseln suchen.

Die Packliste für den Familiencharter

Platz auf dem Boot ist begrenzt. In weichen Taschen packen, die sich zusammendrücken und verstauen lassen – keine starren Koffer. Über die üblichen Reiseutensilien hinaus sind folgende Dinge für Familien mit kleinen Kindern an Bord besonders nützlich:

  • Kinder-Rettungswesten (eigene mitbringen, auf das Körpergewicht des Kindes ausgelegt, mit Schrittgurt)

  • Kinder-Auftriebsmittel für die Zeit an Deck vor Anker

  • Riff-freundliche Sonnencreme, großzügig und häufig auftragen – die UV-Reflexion vom Wasser ist intensiv

  • Rash-Guards und UV-Schutz-Badebekleidung für Kinder

  • Neopren-Badeschuhe für felsige Strände und Riffe

  • Kinder-Schnorchelmasken (billige Chartermasken beschlagen sofort)

  • Mittel gegen Reisekrankheit für Kinder – Pflaster, Bänder oder Antihistamin-Sirup nach Empfehlung des Kinderarztes

  • Leichtes Reisebett mit Lattenrost (Reisebetten mit festen Seiten passen in die meisten Kojen nicht)

  • Rutschfeste Badematte für das Bordbad – Bootsbäder sind klein und feucht

  • Babyphone oder Abhörgerät mit ausreichender Reichweite für die Ankerwache

  • Vorgefertigte Lebenenlinie-Netze als Reserve (erhältlich in Schiffsausrüstungshandlungen oder online)

  • Erste-Hilfe-Set mit Kinder-Paracetamol, Antihistaminikum, Antiseptikum und reichlich Pflastern für unvermeidliche Tau-Schürfwunden und Seepocken-Kratzer

  • Trockentaschen für Kameras, Handys und alles Elektronische

Das große Bild: Was Kinder durch das Segeln gewinnen

Es gibt praktische Argumente für Familiensegeln – das Preis-Leistungs-Verhältnis, das Rundum-Paket, der Zugang zu Orten, die man auf keine andere Weise erreicht. Aber das wichtigere Argument lässt sich schwerer in Stichpunkte fassen. Kinder, die mit dem Wasser aufwachsen, entwickeln eine Vertrautheit mit der natürlichen Welt, eine Toleranz gegenüber dem Ungewissen und eine Fähigkeit zur fokussierten Aufmerksamkeit, die zunehmend selten wird. Sie lernen, das Wetter zu lesen, das Meer zu respektieren und zu verstehen, dass der Wind drehen kann – und dass man sich anpasst. Sie lernen Geduld, wenn sie auf Flaute warten, und Mut, wenn sie zum ersten Mal das Ruder übernehmen. Das sind keine Kleinigkeiten.

Früh anfangen, die Überfahrten kurz halten, die Netze spannen – und losfahren.

Häufig gestellte Fragen

Welches Boot eignet sich am besten zum Segeln mit Kleinkindern?

Katamarane sind generell die bessere Wahl für Familien mit Kleinkindern, da sie weitaus weniger krängen als Einrümpfer und so eine stabile Plattform bieten, auf der sich Kleinkinder sicher bewegen können. Der breite Rumpf sorgt für ein großes Cockpit, das gleichzeitig als Spielbereich genutzt werden kann, und die sanftere Stampfbewegung verringert das Risiko der Seekrankheit. Für eine Familie mit vier Erwachsenen und zwei Kleinkindern wird eine Mindestgröße von 42–44 Fuß empfohlen, um Platz für ein Reisebett, getrennte Schlafbereiche und die Ausrüstung der Kinder zu haben.

Was ist ein Lifejnen-Netz auf einem Segelboot und brauche ich es für mein Kind?

Lifejnen-Netz (auch Sicherheitsnetz oder Reling-Netz genannt) ist ein engmaschiges Netz, das zwischen den Jacklines und der Fußreling des Bootes befestigt wird und so eine geschlossene Barriere rund um den gesamten Decksrand bildet. Es verhindert, dass kleine Kinder unter der Reling hindurchrutschen oder über Bord rollen. Der übliche Abstand zwischen den Relingstagen ist groß genug, dass ein Kleinkind hindurchfallen kann – dieses Netz ist daher für Kinder unter fünf Jahren unverzichtbar. Sie müssen es beim Buchen ausdrücklich anfordern, da es auf den meisten Charterbooten nicht zur Standardausrüstung gehört, und sollten bei der Bootsübergabe prüfen, ob alle Lücken einschließlich des Hecks abgedeckt sind.

Wo segelt man im Mittelmeer am besten mit Baby oder Kleinkind?

Die Ionischen Inseln in Griechenland gelten weithin als bestes Mittelmeerziel für Familien mit Babys und Kleinkindern: vorherrschende Winde von meist 10–18 Knoten, kurze Überfahrten zwischen den Inseln, ruhiges und klares Wasser sowie zahlreiche geschützte Ankerbuchten sprechen dafür. Auch der Saronische Golf bei Athen, Istrien und der Kvarner in Kroatien sowie die Gegend um La Maddalena auf Sardinien sind ausgezeichnete Familienziele. Die Kykladen und der Dodekanes in Griechenland sind eher für erfahrenere Familien geeignet, da der Meltemi im Sommer regelmäßig 25–35 Knoten erreicht.

Welche Sicherheitsausrüstung brauche ich für einen Segelurlaub mit Baby oder Kleinkind?

Bringen Sie eigene Schwimmwesten für Ihre Kinder von zu Hause mit – passend für das genaue Gewicht Ihres Kindes und mit Schrittgurt ausgestattet. Die Rettungswesten der Charterunternehmen haben oft die falsche Größe oder den falschen Typ für Kleinkinder. Fordern Sie vor Reisebeginn schriftlich Sicherheitsnetze an den Reling-Leinen beim Charterunternehmen an und bestätigen Sie, dass diese den gesamten Perimeter einschließlich des Hecks abdecken – überprüfen Sie die Netze bei der Bootsübergabe. Packen Sie kinderfreundliche, riffverträgliche Sonnencreme, UV-Schutzkleidung, Neopren-Badeschuhe, Mittel gegen Seekrankheit sowie einen Kinder-Verbandskasten ein. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme empfiehlt es sich, eine tragbare Ersatzrolle Sicherheitsnetz vom Bootszubehörhändler mitzunehmen.

Wie plane ich einen Segelurlaub mit Kleinkindern?

Halte alle Etappen auf höchstens zwei Stunden begrenzt, wenn du mit Kleinkindern und Babys segelst, und plane Abfahrten am Morgen, wenn die See noch ruhig ist – nicht erst am Nachmittag, wenn der Wind aufkommt. Pack mehr Beschäftigung ein, als du glaubst zu brauchen: wasserfeste Malbücher, Ferngläser, Angelleinen und Hörbücher eignen sich gut. Plane deinen Törn so flexibel, dass du früh ankern kannst, wenn ein Kind krank wird oder die Bedingungen unangenehm sind. Die Faustregel lautet: Kleinkinder beim Ankern langweilen sich fast nie – auf einer langen Überfahrt ohne Ablenkung sieht das ganz anders aus.

Brauche ich einen Skipper für einen Familien-Segelurlaub, oder kann ich das Boot selbst führen?

Viele Familien, die zum ersten Mal chartern, engagieren einen professionellen Skipper – was für Familien ohne oder mit nur wenig Segelerfahrung sehr zu empfehlen ist. Ein Skipper kostet in der Regel 15–20 % der Charterbootkosten, übernimmt das gesamte Segeln und die Navigation, wählt sichere Ankerplätze und ist oft auch eine große Hilfe bei den Kindern. Bareboat-Charter – bei der man selbst segelt – setzt eine anerkannte Qualifikation voraus, mindestens den RYA Day Skipper, für windreichere Reviere auch den RYA Coastal Skipper oder gleichwertig; die Charterfirmen verlangen vor der Bootsübergabe Logbuch und Zertifikat.

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