Korinthkanal Durchfahrt: Gebühren, Buchung und was euch erwartet
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Der Korinthkanal ist die spektakuläre Abkürzung zwischen Ionischem Meer und Ägäis und der teuerste Kanal der Welt pro Meile. Hier erfahrt ihr, wie eine Durchfahrt mit einer Segelyacht abläuft: aktueller Status, Gebühren, Buchung, VHF-Verfahren und was euch zwischen den berühmten Kalksteinwänden erwartet.
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Wer als Segler jemals eine Seekarte von Griechenland studiert hat, kennt diesen Moment: Der Peloponnes ist riesig, und oben durch die Landenge zieht sich eine hauchdünne Linie. Das ist der Korinthkanal: 3,5 Seemeilen (6,4 km) senkrechtes Kalksteingestein, das den Golf von Korinth mit dem Saronischen Golf verbindet. Wer diesen Kanal nimmt, spart sich einen mehrtägigen Schlag um Kap Malea und fährt stattdessen in 45 Minuten zwischen 80 Meter hohen Felswänden hindurch. Es ist eines der spektakulärsten Erlebnisse, die das Mittelmeer für Bootsfahrer bereithält, und gleichzeitig der teuerste Kanal der Welt gerechnet auf die Strecke. Hier erfahrt ihr, wie eine Durchfahrt abläuft.
Ist der Kanal geöffnet?
Prüft das unbedingt, bevor ihr die Passage einplant: Der Korinthkanal war in den letzten Jahren wiederholt gesperrt. Ein schwerer Erdrutsch legte ihn von Anfang 2021 bis Mitte 2022 lahm, seitdem läuft ein langfristiges Hangsicherungsprogramm, das den Kanal außerhalb der Sommersaison für Bauarbeiten schließt. Zuletzt war er ab November 2025 nach einer Reihe von Felsstürzen gesperrt und wurde am 17. Juni 2026 wieder geöffnet, etwas früher als geplant, nachdem die Hauptphase der Stabilisierungsarbeiten abgeschlossen war.
Das Modernisierungsprogramm läuft weiter, daher ist davon auszugehen, dass sich dieses Muster wiederholt: offen während der Sommersaison, mögliche Sperrungen in der Nebensaison. Den aktuellen Status und Ankündigungen findet ihr auf der offiziellen Website corinthcanal.com; der Betreiber ist rund um die Uhr unter +30 27410 30886 erreichbar.
Was kostet die Durchfahrt?
Der offizielle Tarif für private Sportboote richtet sich nach der Gesamtlänge. Gebt die Länge eures Bootes ein, um die Gebühr für eine einfache Durchfahrt zu sehen:
Durchfahrtsgebühren Kanal von Korinth
- bis 6 m70 €
- 6–9 m100 €
- 9–15 m100 € + 29 €/m über 9 m
- 15–25 m100 € + 33 €/m über 9 m
- 25–45 m100 € + 39 €/m über 9 m
- über 45 m100 € + 42 €/m über 9 m
Für ein typisches 12-Meter-Charterboot (Einrumpf) ergibt das rund 187 Euro pro einfacher Fahrt, für ein 14-Meter-Boot etwa 245 Euro und für eine 15-Meter-Yacht etwa 274 Euro. Das ist für 6,4 km viel Geld und macht den Kanal zu dem bekannt teuersten der Welt pro Meile. Rechnet man es aber gegen 150 Seemeilen Diesel, Liegegebühren und Zeitaufwand rund um den Peloponnes auf, halten die meisten Skipper die Gebühr für günstig. Schleppen oder Lotsendienste werden, wenn nötig, gesondert berechnet, und außerhalb der normalen Betriebszeiten können Zuschläge anfallen.
Was ist der Korinthkanal?

Der Kanal durchschneidet den Isthmus von Korinth, die schmale Landenge, die den Peloponnes mit dem griechischen Festland verbindet. Er verläuft schnurgerade über 6,4 km, ohne Höhenunterschied und ohne Schleusen. Was ihn unvergesslich macht, sind die Felswände: Der Einschnitt ist bis zu 80 Meter tief in den Kalkstein gehauen, und vom Deck aus hat man das Gefühl, durch einen Korridor zu fahren, über dem nur noch ein schmaler Streifen Himmel zu sehen ist.
Der Kanal ist auch wirklich eng: Die Fahrrinne ist an der Wasserlinie etwa 24 Meter breit, am Grund rund 21 Meter, bei einer nutzbaren Tiefe von etwa 7,5 Metern in der Mitte. Deshalb haben moderne Frachtschiffe ihn vor Jahrzehnten aufgegeben; heute fahren dort fast nur Yachten, kleine Kreuzfahrtschiffe und Ausflugsboote. Die Straßen- und Eisenbahnbrücken haben eine Durchfahrtshöhe von etwa 52 Metern, sodass keine Segelyacht Probleme mit der Masthöhe bekommt. An beiden Enden (Isthmia auf der Saronischen Seite, Poseidonia auf der Seite des Golfs von Korinth) gibt es versenkbare Brücken, die sich unter die Wasseroberfläche absenken, um Schiffe passieren zu lassen. So etwas findet man sonst nirgends im Mittelmeer.
Warum der Kanal für Segler wichtig ist
Der Kanal ist die einzige Abkürzung zwischen den beiden großen Segelrevieren Griechenlands. Wer mit einem Boot zwischen dem Ionischen Meer und dem Saronischen Golf oder den Kykladen wechseln will, muss ohne Kanal die Südspitzen des Peloponnes runden, darunter Kap Malea, eines der berüchtigtsten Seegebiete Griechenlands. Das bedeutet rund 150 Seemeilen mehr und bei schlechtem Wetter möglicherweise tagelange Wartezeiten. Mit dem Kanal wird die Überführung von Athen ins Ionische Meer zu einer gemütlichen Einwoche-Tour. Wir haben diese Route ausführlich in unserem Routenführer für die Überführung vom Ionischen ins Ägäische Meer beschrieben.
Für Chartergäste ist der Kanal vor allem bei One-Way-Chartern, Überführungen und längeren Zweiwochenreisen interessant, aber auch als Erlebnis an sich. Manche Charterunternehmen schränken Kanaldurchfahrten ein oder berechnen sie gesondert; prüft daher euren Chartervertrag, bevor ihr die Route plant.

Wie läuft eine Durchfahrt ab?
Der Kanal ist eine Einbahnstraße: Konvois wechseln die Richtung ab, also wartet ihr bei der Ankunft auf eure Reihe und folgt dann den vorausfahrenden Booten. In der Praxis sieht das so aus:
1. Melden oder vorab buchen. Handelsschiffe melden ihre Ankunftszeit weit im Voraus; für eine Yacht reicht es, sich ein paar Stunden vorher anzukündigen. In der Hochsaison lohnt es sich aber, einen Platz über die offizielle Website oder per E-Mail zu reservieren, damit ihr im Zeitplan eingeplant seid. Der Kanal ist rund um die Uhr in Betrieb, schließt aber traditionell einen Werktag pro Woche (meist dienstags tagsüber) für Wartungsarbeiten. Bestätigt den Tagesplan bei der Buchung.
2. „Isthmia Pilot“ auf VHF-Kanal 11 rufen, wenn ihr euch einem der Eingänge nähert. Die Lotsen sprechen Englisch, teilen euch mit, wo ihr wartet, und wann euer Konvoi losfährt. Bei Isthmia (Saronische Seite) legen Yachten längsseits am Kai vor dem Kontrollturm an; bei Poseidonia (Westeingang) haltet ihr euch vor dem Eingang auf, bis ihr aufgerufen werdet.
3. Gebühr bei Isthmia bezahlen. Die Gebühren werden an der Kontrollstation auf der Saronischen Seite beglichen: Westwärts fahrende Boote zahlen vor der Einfahrt, ostwärts fahrende nach der Ausfahrt. Bar und mit Karte (Visa/Mastercard) wird akzeptiert; die Gebühr kann auch im Voraus online beglichen werden.
4. Unter Motor durchfahren. Die Durchfahrt erfolgt ausschließlich unter Motor (kein Segeln im Kanal), mit etwa 6 Knoten und ohne Überholen. Die Passage dauert 30 bis 45 Minuten. Haltet die Mitte, achtet auf den Wellenrückprall von den Wänden, und habt die Kamera bereit: Die Eisenbahnbrücke, die 50 Meter über euch die Schlucht überspannt, ist das klassische Foto.
Praktische Hinweise
Die Strömung im Kanal kann je nach Wind und Wasserstandsunterschied zwischen den beiden Golfen bis zu 2 bis 3 Knoten betragen, sodass die Fahrt über Grund spürbar von der Logge abweichen kann. Der Wind wird durch den Einschnitt kanalisiert und kann von den Wänden her böig werden. Legt Fender an, bevor ihr einfahrt: Bei Isthmia liegt ihr wahrscheinlich längsseits am rauen Betonkai, um zu bezahlen, und der Wellenschlag vorausfahrender Schiffe erzeugt ein unruhiges Schlingern im Kanal. Wer sich auf dem Flybridge oder dem Vorschiff aufhält, sollte im Sommer auf die Bungee-Jumper achten, die von der Fußgängerbrücke in der Mitte des Kanals springen.
Plant bei der Ankunft etwas Puffer ein: Wenn gerade ein Konvoi in Gegenrichtung losgefahren ist, kann die Wartezeit eine Stunde oder länger betragen. Ein guter Anlass für einen Sprung ins Wasser am Strand von Isthmia oder einen Kaffee in einem der Kanalcafés, während man zuschaut, wie die versenkbare Brücke ihren Trick vorführt.
Ein Kanal mit 2.500 Jahren Geschichte
Kaum ein Bauwerk der Welt hat eine Entstehungsgeschichte wie diese. Der Tyrann Periander von Korinth plante hier bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. einen Kanal; als sich das Graben als undurchführbar erwies, ließen seine Ingenieure stattdessen den Diolkos bauen, eine gepflasterte Schleppbahn, über die Schiffe auf Rollengestellen über den Isthmus gezogen wurden. Reste davon sind noch heute neben dem Westeingang zu sehen. Der römische Kaiser Nero ließ 67 n. Chr. offiziell mit dem Bau eines richtigen Kanals beginnen und soll eigenhändig den ersten Spatenstich mit einer goldenen Schaufel gemacht haben, bevor er sechstausend Arbeiter ans Werk schickte. Das Projekt starb ein Jahr später mit ihm.
Der Kanal wurde schließlich 1893 fertiggestellt, nach elf Jahren Bauzeit durch französische und danach griechische Unternehmen, und kam gerade noch rechtzeitig, um für die inzwischen zu groß gewordenen Dampfschiffe zu schmal zu sein. Seither hat er ein bewegtes Leben geführt: Im Jahr 1944 sprengten die abziehenden deutschen Truppen die Böschungen und warfen Eisenbahnwaggons in den Einschnitt. Das instabile Sedimentgestein, an dem schon Periander scheiterte, bricht bis heute immer wieder in die Fahrrinne ab, und genau das soll das aktuelle Stabilisierungsprogramm beheben.
Plant ihr einen Chartertörn in Griechenland?
Wenn euch der Kanal Lust auf griechische Gewässer macht, startet am besten mit unserem vollständigen Ratgeber zur Bootsmiete in Griechenland und entscheidet dann, welche Seite des Isthmus es sein soll: das sanfte, grüne Ionische Meer im Westen oder der Saronische Golf und die Kykladen im Osten.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Durchfahrt durch den Kanal von Korinth mit einer Yacht?
Die offizielle Gebühr für private Sportboote richtet sich nach der Gesamtlänge (LOA). Ein typisches 40-Fuß (12 m) Charter-Einrumpfboot zahlt etwa 187 € pro Durchfahrt, eine 46-Fuß (14 m) Yacht etwa 245 € und eine 49-Fuß (15 m) Yacht etwa 274 €. Schlepp- oder Lotsengebühren werden, wo erforderlich, zusätzlich berechnet, und außerhalb der normalen Betriebszeiten können Zuschläge anfallen.
Ist der Kanal von Korinth für Segler geöffnet?
Der Kanal von Korinth wird saisonal betrieben: Er ist während der Sommersegelsaison geöffnet und in der Nebensaison für Hangstabilisierungsarbeiten geschlossen. Zuletzt wurde er im November 2025 nach Felsstürzen geschlossen und am 17. Juni 2026 wieder geöffnet. Prüfe den aktuellen Status immer auf corinthcanal.com oder ruf den Betreiber unter +30 27410 30886 an, bevor du eine Passage einplanst.
Wie bucht man eine Durchfahrt durch den Kanal von Korinth und wo bezahlt man?
Rufen Sie beim Annähern an einen der Eingänge auf UKW-Kanal 11 'Isthmia Pilot' an – die englischsprachigen Lotsen teilen Ihnen mit, wo Sie warten sollen und wann Ihr Konvoi ablegt. Die Gebühren werden an der Kontrollstation Isthmia auf der Saronischen Seite bezahlt: Westfahrende Boote zahlen vor der Einfahrt, ostfahrende nach der Ausfahrt. Barzahlung und Kartenzahlung (Visa/Mastercard) werden akzeptiert; die Gebühren können auch vorab online beglichen werden.
Wie ist es, durch den Korinthkanal zu segeln, und wie lange dauert die Durchfahrt?
Der Kanal ist 3,5 Seemeilen (6,4 km) lang, mit Wänden, die etwa 80 m über den Kanal aufragen, der sich auf rund 24 m Breite an der Wasserlinie verengt. Die Durchfahrt erfolgt nur unter Motor mit etwa 6 Knoten und dauert 30 bis 45 Minuten. Strömungen von 2 bis 3 Knoten sind je nach Bedingungen möglich, und der Wind wird unberechenbar durch den Einschnitt geleitet – rechne besonders beim Warten am Kai von Isthmia mit etwas Schwell und Chop.
Warum sollte ein Charterskipper den Kanal von Korinth nutzen statt um den Peloponnes herumzusegeln?
Ohne den Kanal müsste man zwischen dem Ionischen Meer und dem Saronischen Golf bzw. den Kykladen das südliche Kap des Peloponnes umrunden – einschließlich des berüchtigten Kap Maleas. Das bedeutet rund 150 Seemeilen mehr und bei schlechtem Wetter potenziell mehrere zusätzliche Tage. Der Kanal verwandelt diese Strecke in eine 45-minütige Motorfahrt und ist besonders wertvoll bei Einweg-Chartern, Überführungen und Zwei-Wochen-Törns. Einige Charterunternehmen schränken die Kanalnutzung ein oder verlangen einen Aufpreis – daher sollte man den Vertrag prüfen, bevor man den Kanal in die Route einplant.
Welche Abmessungen hat der Kanal von Korinth und passt eine Segelyacht hindurch?
Der Kanal verläuft auf Meereshöhe ohne Schleusen und bietet eine Durchfahrtshöhe von etwa 52 Metern unter den Straßen- und Eisenbahnbrücken, sodass die Masthöhe für Segelyachten kein Problem darstellt. Die Fahrrinne ist an der Wasseroberfläche etwa 24 Meter breit, weshalb moderne Frachtschiffe ihn nicht mehr nutzen, während Yachten, kleine Kreuzfahrtschiffe und Ausflugsboote ihn regelmäßig passieren. An beiden Enden des Kanals befinden sich außerdem seltene Versenkbrücken, die unter die Wasseroberfläche abgesenkt werden, damit Schiffe passieren können.








