Segeln im Ionischen Meer: Eine anfängerfreundliche Griechische Inselrunde
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Das Ionische Meer bietet eine der besten Segelrouten im Mittelmeer für Einsteiger – mit beständigen Winden, kurzen Etappen und traumhaften Ankerplätzen. Dieser Leitfaden beschreibt einen klassischen 7-Tage-Törn ab Lefkada durch Meganisi, Ithaka und Kefalonia, mit Insidertipps zu Liegeplätzen, Wetter und den besten Ankerplätzen.
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Das Ionische Meer gilt weithin als eines der besten Segelreviere im Mittelmeer – ideal für Erstcharterer und alle, die ihr Selbstvertrauen auf dem Wasser aufbauen wollen. Beständige Sommerwinde, gut geschützte Ankerplätze, kurze Etappen zwischen den Inseln und einige der klarsten türkisfarbenen Gewässer Europas machen es zu einem nahezu perfekten Segelziel. Dieser Leitfaden beschreibt einen klassischen einwöchigen Törn als Rundkurs ab Lefkada – eine Route, die einen echten Eindruck vom Ionischen Meer vermittelt, ohne zu überfordern.
Was macht das Ionische Meer besonders?
Anders als die Ägäis ist das Ionische Meer ruhig, berechenbar und verzeihend. Der berüchtigte Meltemi, der im Sommer über die Ägäis fegt, reicht hier nicht hin – stattdessen bringt das Ionische Meer den sanfteren Maistros, einen nordwestlichen Thermikwind, der an den meisten Nachmittagen einsetzt und selten Stärke 4–5 überschreitet. Die Vormittage sind oft spiegelglatt und bieten ein angenehmes Zeitfenster, um unter Motor oder unter Motor und Segeln in Position zu gehen, bevor die Nachmittagsbrise aufkommt.
Die Inseln selbst sind üppig grün – ein markanter Kontrast zu den kargen, sonnengegerbten Felsen der Kykladen. Kiefernwälder reichen bis ans Meer, kleine Fischerdörfer haben sich seit Jahrzehnten kaum verändert, und das Essen gehört zum Besten, was Griechenland zu bieten hat. An fast jedem Hafen reihen sich Tavernen am Wasser entlang, und die Einheimischen begegnen Seglern mit echter Herzlichkeit.

Segelbedingungen
Wind: Der Maistros (NW) frischt nachmittags auf, typischerweise Stärke 2–4, im Hochsommer gelegentlich Stärke 5. Vormittags ist es meist leicht oder windstill. Um Kaps und in Kanälen kann die Windrichtung drehen.
Seegang: Innerhalb der Inselkette generell gering. Auf exponierteren Abschnitten – etwa beim Übersetzen zur Westküste Kefalonias – kann es bei anhaltendem Wind ruppig werden.
Saison: Juni bis September ist Hochsaison. Juli und August bieten den zuverlässigsten Wind, aber auch die meisten Boote. Ende Mai und Anfang Oktober locken mit ruhigeren Ankerplätzen und günstigeren Charterpreisen.
Schwierigkeitsgrad: Einsteiger bis Fortgeschrittene. Die meisten Etappen sind unter 15 Seemeilen. Nachtsegeln ist kaum nötig.
Für wen ist diese Route geeignet?
Dieser Rundkurs ist ideal für Erstcharterer, Segler, die vom Dingi- oder Küstensegeln auf eine Yacht umsteigen, sowie Familien mit unterschiedlichem Erfahrungsstand an Bord. Die kurzen Etappen bedeuten, dass man selten länger als 2–3 Stunden auf See ist, und bei unerwarteten Wetterwechseln liegt immer eine geschützte Bucht oder eine Marina in der Nähe. Auch erfahrene Segler kommen auf ihre Kosten – Abwechslung in Ankerplätzen, Etappen und optionalen Ausflügen sorgt dafür, dass die Woche kurzweilig bleibt.
Starthafen: Lefkada Marina oder Nidri/Perigiali?
Die meisten Charterfirmen bieten Abfahrten ab D-Marin Lefkada, der großen Marina am Nordende der Insel Lefkada, an. Sie ist gut ausgestattet, leicht anzusteuern und ein logischer Ausgangspunkt. Wer jedoch ein Charter ab einem Stützpunkt weiter südlich auf Lefkada – rund um Perigiali oder Nidri – organisieren kann, fährt oft günstiger. In der Hochsaison ist das ein echter Vorteil: Man liegt bereits 10+ Seemeilen tiefer im Revier und kann Ithaka an einem einzigen Segeltag erreichen, ohne den langen Schlag nach Süden von der Hauptmarina zu riskieren.
An einem Samstag in der Hochsaison kann die Lefkada Marina chaotisch werden, wenn viele Boote gleichzeitig auslaufen. Wer von einem ruhigeren Stützpunkt südlich der Hauptmarina startet, umgeht einen Großteil dieses Stresses.
💡 Insidertipp Nr. 1 – Freitagabend-Tankstress vermeiden: Wer freitags vor dem Auslaufen noch tanken möchte, trifft an der Kraftstoffstation der Lefkada Marina auf lange Schlangen. Der Tanksteg in Perigiali/Nidri, nur eine kurze Strecke südlich, ist deutlich weniger frequentiert. Besser dort bunkern – und den Frust einer langen Wartezeit sparen.

Empfohlene Routen
Das Ionische Meer belohnt einen flexiblen Plan mehr als einen starren. Nachfolgend finden sich unsere empfohlenen Routen für dieses Revier – von ruhigen Anfängerrunden bis hin zu längeren Etappen für erfahrenere Crews. Alle sind auf kurze, geschützte Passagen und den zuverlässigen Nachmittagsmaistros ausgelegt, sodass jeder die Route wählen kann, die am besten zu Erfahrung, Zeit und Vorstellungen von der Woche passt.
Insidertipp Nr. 2 – Früh ankommen in der Hochsaison: Im Juli und August sind die besten Ankerplätze und Marinaplätze schnell belegt – oft schon am frühen Nachmittag. Wer bis 13–14 Uhr geankert oder festgemacht ist, liegt klar im Vorteil. Morgens bei Flaute aufbrechen, bevor der Nachmittagswind einsetzt, und man bekommt fast immer den gewünschten Platz. Marinaplätze für die Hochsaison sollten, wo möglich, weit im Voraus gebucht werden.
Tipps zu Liegeplätzen und Marinas
Heckanleger ist im gesamten Ionischen Meer Standard. Anker werfen, rückwärts an den Kai manövrieren und Leinen an Land geben oder eine Lazy Line der Taverne aufnehmen. Am besten schon vor der Reise üben – das braucht etwas Eingewöhnung.
Marinas in der Hochsaison vorbuchen, besonders Lefkada und Vathy auf Ithaka. An kleinen Dorfkais gilt das Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.
Ankerplätze füllen sich bis Mittag im Juli und August. Wer vor 13 Uhr ankommt, sichert sich den besten Platz.
Taverna-Liegeplätze sind im Ionischen Meer weit verbreitet – man nimmt eine Boje oder Lazy Line eines Restaurants am Kai auf und isst dafür abends dort. Die Qualität variiert, aber das Konzept macht Spaß und ist meistens erschwinglich.
Der Ankergrund ist im gesamten Revier generell gut (Sand und Seegras), aber immer prüfen, ob der Anker hält, bevor man zur Taverne geht.

Kosten im Überblick
Das Ionische Meer gehört zu den günstigeren Charterzielen im Mittelmeer, wenngleich die Preise in den letzten Jahren gestiegen sind. Grobe Wochenkosten als Orientierung:
Bareboat-Charter (40 Fuß, Hochsaison): 2.000–4.500 €/Woche je nach Boot und Anbieter
Skipper (falls nötig): 150–200 €/Tag
Kraftstoff: 150–300 €/Woche je nach Motor- und Segelanteil
Marinagebühren: 20–60 €/Nacht in organisierten Marinas; kostenlos bis 15 €/Nacht an Dorfkais und Taverna-Liegeplätzen
Proviant: 300–500 €/Woche für 4–6 Personen (Supermärkte in Lefkada sind gut sortiert)
Auswärts essen: Tavernenmahlzeiten typischerweise 12–20 € pro Person inkl. Wein – günstiger als man angesichts der Qualität erwarten würde
Gesamtkosten für 6 Personen (ohne Flug): Rund 500–900 € pro Person für die Woche
Fazit
Das Ionische Meer ist eines jener seltenen Segelziele, die dem Ruf tatsächlich gerecht werden. Zuverlässige Winde, kurze Etappen, traumhafte Ankerplätze, hervorragendes Essen und warmes, klares Wasser ergeben zusammen eine der schönsten Segelwochen, die man sich vorstellen kann. Dieser Rundkurs ab Lefkada bietet Abwechslung ohne Überforderung – ruhig genug für Anfänger, um sich einzufinden, abwechslungsreich genug für erfahrene Segler, und flexibel genug, um sich Wetter und Stimmung der Crew anzupassen.
Wenn möglich, im Juni oder Anfang September fahren. In Lefkada gut proviantieren, bevor es losgeht. Und früh an den Ankerplätzen ankommen. Mehr braucht man eigentlich nicht zu wissen.







